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In der Villenstraße

In der Villenstraße ist der Name Programm! Im Halbkreis stehen sie unter mächtigen Platanen und zeugen stumm vom gesellschaftlichen Anspruch der leitenden Angestellten und dem Repräsentionsbedürfnis des Unternehmens Krupp: Die Bliersheimer Villen!

 

Zur gleichen Zeit, als für die Arbeiter des neuen Hüttenwerks in Duisburg-Rheinhausen die Margarethen-Siedlung entstand, entwarf Krupps Architekt Robert Schmohl für das Führungspersonal des Unternehmens in der Nähe des Werksgeländes und am Rande des damaligen Dorfes Bliersheim eine Villenkolonie im englischen Landhausstil. Sie wurde zwischen 1903 und 1910 fertig gestellt. Im Laufe der Zeit breiteten sich die Werksanlagen über das ehemalige Dorf aus, so dass die Gebäude schließlich inmitten des Hüttengeländes standen.

 

Vom einstigen Hüttenwerk ist heute nichts mehr zu sehen, auch die Villen waren lange Zeit Geisterhäuser, aber nun strahlen sie wieder im alten Glanz: Vielfältige Dachformen, Fassaden von Putz bis Fachwerk, Erker, Balkone, Loggien, Vor- und Anbauten zeichnen die prachtvollen Gebäude aus.

 

In der ehemaligen Direktorenvilla zum Beispiel ist nun die "Villa Rheinperle" untergebracht, eine extravagante Location, in der ebenso extravagante Events steigen. Im damaligen Krupp-Casino kann nun fürstlich gespeist werden. Im Rahmen von Dreharbeiten zu einer 6-teiligen ZDF-Reihe hat sogar der bekannte Fernsehkoch Nelson Müller in den historischen Räumlichkeiten des alten Direktionskasinos schon eine Überraschungshochzeit inszeniert.

 

Andere Gebäude wiederum wurden zu Bürovillen. Immerhin besticht so ein Objekt nicht nur durch seinen besonderen und einzigartigen Charme sondern auch durch die Nähe zum Rhein und dem Duisburger Logistikstandort Logport. In solch lichten, weiten Räumen kommen den MitarbeiterInnen sicherlich manch kreative Ideen. Wer möchte nicht in einer Villa arbeiten?

 

Fotos von Mike Seidel für Armin Quester Immobilien GmbH.

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