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Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die heit‘ren Stunden nur

Heitere Stunden kann man in Kettwig sehr einfach verbringen. Direkt am Stausee gelegen, hat man, nur wenige Kilometer von der Essener Innenstadt entfernt, gleich das Gefühl, im Urlaub zu sein.

 

Seit 1975 gehört Kettwig zur Stadt Essen und ist einer der südlichsten Stadtteile. Von 1800 bis 1975 war Kettwig dem Kreis Mettmann (Landkreis Düsseldorf) zugehörig. Nicht alle Bezirke wurden zur Stadt Essen eingemeindet und so kam es, dass es auch heute noch innerhalb Kettwigs verschiedene Vorwahlen gibt.

 

Die historische Altstadt besticht durch zahlreiche, wunderbar erhaltene Fachwerkhäuser. Dies ist dem Glück zuzuschreiben, dass Kettwig während des Zweiten Weltkriegs weitestgehend von Fliegerangriffen verschont wurde.

 

Der Bezirk ist nicht nur ein herrliches Ausflugsziel mit seinen kleinen Cafés und Restaurants, sondern auch für den historisch interessierten Ausflügler spannend. Strategisch gut gelegen, entstand Kettwig an einem wichtigen Ruhrübergang der Straßen nach Frankfurt, Köln, Düsseldorf und Essen. So war der Ort eine bedeutungsvoller Handelsplatz. Ab 1720 bis 1974 waren zeitweise bis zu 2000 Menschen in Webereien und Spinnereien beschäftigt. Die Textilindustrie war damit größter Arbeitgeber im Ort. Aus dieser Zeit sind 120 Weberhäuser erhalten, die in der Altstadt zu bestaunen sind.

 

Kommt man mit der S-Bahn und steigt an der Haltestelle Kettwig Stausee aus, begeht man auf dem Weg zum Stadtkern eine alte, steinerne Brücke über den Mühlengraben. Diese gibt einen hübschen Blick auf das Wasser und die Altstadt und wird gerne als Fotokulisse für Brautpaare genutzt.

 

Der Mühlengraben war ein wichtiger Arm der Ruhr, an dem im Mittelalter die Kettwiger Kornmühle lag. Um die Wasserkraft für die Tuchmacherei zu nutzen, wurde 1724 eine Walkmühle erbaut. Zeugnis der Wassernutzung sind bis heute das Turbinenhaus der Firma Scheidt von 1901 und das zeitgleich errichtete Dampfkraftwerk. Lange war das Ensemble aus Turbinenhaus mit seinen zwei Türmen, dem Vierkantturm sowie dem geschieferten Rundturm und das Dampfwerk die kennzeichnende Silhouette von Kettwig.

 

Wer es nicht unbedingt historisch haben muss, ist im kleinen Café am Mühlengraben oder auf dem Café-Boot am Stausee gut aufgehoben. Hier kann man nach einem langen Spaziergang ausruhen und den Blick auf die Schönheit an der Ruhr genießen.

Quellen:

https://www.rheinruhronline.de/essen/essen2/kettwig/kettwig.htm

https://www.essener-ruhrperlen.de/kettwig/brucken-in-kettwig/brucke-uber-den-muhlengraben/

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