· 

Ort des Tages 2

Der Friseur meines Vertrauens sitzt in einem kleinen Häuschen mit Treppengiebeln an der Mülheimer Straße in Duisburg. Hier kann ich regelmäßig für einen kurzen Moment Königin sein.

 

Heute war ich nach langen, qualvollen Corona-Wochen ohne Haarschnitt wieder dort, an einem sorgfältig desinfizierten Platz.

 

Das durfte ich bei meinem Besuch: Hände waschen, mich über den Spiegel angeregt mit der Friseurin unterhalten, Nies- und Hustetikette walten lassen, die von meiner Freundin liebevoll genähte Maske tragen und Abstand halten.

 

Das durfte ich nicht: Hände schütteln, andere umarmen (obwohl ich es gerne getan hätte), eine Gesichtsbehandlung in Anspruch nehmen (dafür wurde mir der Kopf gewaschen), mich begleiten lassen, einen Milchkaffee schlürfen (wäre ja mit der Maske auch schwer gewesen) und Zeitungen lesen (jetzt weiß ich gar nicht, was Harry und Meghan gerade machen).

 

Alles in allem ist dieser Salon trotzdem oder gerade deswegen mein Ort des Tages.

 

Zum einen, weil die "Queens" dort echte Heldinnen sind.

 

Zum anderen, weil der Besuch hier auf schöne Art und Weise das Absurde unserer Zeit widerspiegeln konnte.

 

Apropos Zeit: Vor den "Queens" gab es in dem kleinen Häuschen auch schon einen Antquitätenhändler, einen Copy Shop und eine viel gerühmte Baguetteria. Mein damaliger Favorit war der Thunfisch-Crêpe, wohingegen der Rest unserer Clique sich fast ausschließlich von Nutella-Crêpes ernährt hat ..., schreibt Eric in der FB-Gruppe "Damals in Duisburg". Lecker!

 

Fotos: Eine neu verföhnte Verena Meyer

www.friseur-queens.de

Kommentar schreiben

Kommentare: 0