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Bock auf Bigge

Urlaub vor der eigenen Haustür? Raus aus dem Häusermeer, rein in die Natur? Das geht vorzüglich. Zum Beispiel am Biggesee im Sauerland.

 

Eigentlich wollten wir an diesem Wochenende aufs Silbermond-Konzert, jetzt machen wir uns einfach ein erholsames Wochenende am Wasser. Unser Bus steht quasi direkt am Ufer des 8,76 km² großen Stausees im Kreis Olpe. Nur 135 km sind wir von Tür zu Tür unterwegs gewesen, um nun eine prächtige Aussicht aufs Wasser zu genießen.

 

Was als Projekt zur Speicherung von Rohwasser für das Ruhrgebiet gedacht ist, wurde zu einem großartigen Naherholungsort und Naturschutzgebiet. Im Lauf der Jahre haben sich Biggesee und Listertalsperre zu echten Touristenmagneten entwickelt. Neben der Möglichkeit des Wassersports verkehren zurzeit zwei Personenschiffe auf dem Stausee. Das Gute: auf dem Schiff werden Fahrräder kostenlos transportiert.

 

Wir radeln also gemächlich nach Attendorn, genießen auf dem Marktplatz im historischen Ortskern einen Milchkaffee und lassen uns dann ab Biggedamm per Schiff zum Ursprungsort zurückschippern. Die Sonne tut ihr Übriges, um unsere "Seensucht" nach Ruhe und Entspannung zu erfüllen. Und plötzlich gibt es kein Fernweh mehr nach Frankreich ...

 

Vorbei an der Gilberginsel, auf der nicht nur die steinerne Attania, die gute Nixe vom Biggesee, einen Rückzugsort gefunden hat, sondern auch große Kolonien des Graureihers, des Kormorans und des Schwarzmilans, landen wir in Sondern.

 

Sondern ist eines der "versunkenen Dörfer", die im Zuge des Baus der Talsperre abgerissenen und umgesiedelt wurden. Hier findet man nicht nur den einzigen Seebahnhof Nordrhein-Westfalens, sondern auch eine herrliche Sonnenterrasse mit Blick auf den See und leckerem westfälischen Spargel auf der Karte.

 

Leben wie Gott im Sauerland sozusagen. Herrlich!

 

Fotos: Verena Meyer

Spannende Doku vom WDR: Der Biggesee und die versunkenen Dörfer

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