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Der Mond überm Laacher See

Im Osten der Vulkaneifel befindet sich das Laacher Seetal. Über die nahe gelegene Autobahn A 61 ist es gut und schnell zu erreichen. Wir fahren knappe 150 km von Duisburg aus hierher. Ein bisschen geschummelt ist es in dieser Reihe schon, denn der Laacher See befindet sich bereits in Rheinland Pfalz, aber immerhin ganz dicht an der Grenze zu Nordrhein Westfalen. ;-) Und es lohnt sich absolut, hierher zu kommen.

 

Das Laacher Seegebiet ist vulkanischen Ursprungs. Vor 10.000 Jahren waren hier noch Vulkane tätig. Und heute begegnet man diesen Ursprüngen alle Nase lang.

 

Bei einer Radtour rund um den See entdecken wir am Ufer die Mofetten, Austrittspunkte von Kohlenstoffdioxid. Das Wasser des Sees blubbert, als wäre es ein Whirlpool. Wir stehen fasziniert da und trauen unseren Augen kaum.

 

Das aus Mofetten ausströmende Kohlenstoffdioxid wird als Kohlensäure in Wasser gelöst und für Mineralwässer genutzt. Kein Wunder also, dass wir in unmittelbarer Umgebung auf einige Heilquellen stoßen, zum Beispiel auf die Tönissteiner, nahe der Wolfsschlucht.

 

Der See selbst - stolze 50 m tief - ist eine sogenannte Caldera, ein Kessel, der durch den Einsturz des Vulkankraters entstand. Hoch oben auf dem Lydiaturm können wir ihn in seiner ganzen Pracht überschauen. Und als Belohnung für den mühsamen Aufstieg gönnen wir uns ein Kaltgetränk, das, wie soll es anders sein, aus der Vulkan-Brauerei stammt.

 

Auf dem Campingplatz am Laacher See, unser Zuhause für die nächsten Tage, gibt es eine Liegewiese direkt am Ufer, die es erlaubt, ein erfrischendes Bad im kühlen Nass zu nehmen. Am Abend steht der Mond überm See und glitzert auf der Wasseroberfläche. Da mag man fast an die märchenhafte Sage des versunkenen Schlosses glauben, der zufolge das einst auf einer Insel des Laacher Sees gelegene Schloss samt boshaften Grafen genau hier untergegangen sein soll. Die Geschichte inspirierte Friedrich Schlegel zu folgendem Gedicht:

 

Bei Andernach am Rheine

Liegt eine tiefe See;

Stiller wie die ist keine

Unter des Himmels Höh'.

Einst lag auf einer Insel

Mitten darin ein Schloß,

Bis krachend mit Gewinsel

Es tief hinunter schoß.

Apropos Andernach. Ein Abstecher hierher ist ein Muss. Nicht nur ist die Stadt selbst - eine der ältesten in Deutschland - mit Rheinpromenade und Sehenswürdigkeiten - ein schönes Ziel, auch den Kaltwassergeysir - der höchste seiner Art. Weltweit - muss man erlebt haben.

 

Erst röhrt es gespenstisch im Untergrund. Dann schießt ohne Vorwarnung eine fast 60 m hohe Wasserfontäne aus der Erde. Ein echtes Naturschauspiel. Schön daran ist ebenso, dass man mit dem Schiff - vorbei an den Weinbergen - zum Geysir gefahren wird. Das macht Freude.

Last but not least: Wo es erkaltete Lava gibt, findet man auch die verschiedensten Gesteine. Für den Bau der Kirche "Maria Laach", einer imposanten Abtei mit sechs Türmen am Ufer des Laacher Sees, wurden auch Vulkangesteine aus der Gegend verwendet: braun-gelber Laacher Tuff und später Basaltlava.

 

Rund ums sehenswerte Kloster gibt es zudem eine Buch- und Kunsthandlung, die Klostergärtnerei, Kunstschmiede und Keramikmanufaktur, die zum Stöbern einladen. Ein Tipp ist der Hofladen. Hier kann man wirklich leckere Produkte aus eigenem Anbau der Benediktinermönche sowie der Klosterfischerei einkaufen. Da schmeckt das Essen vom Campinggrill nach dem ereignisreichen Tag gleich doppelt so gut!

Fotos: Verena Meyer

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