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Oh Tannenbaum ...

Heute geht es hinaus aufs Land. Mission: Tannenbaum selber schlagen. Schließlich werden wir nur noch zwölfmal wach, heißa dann ist Weihnachtstag.

 

Wir fahren nach Kempen, zum Gut Heimendahl, einem historischen Gutshof am Niederrhein mit langer Geschichte. Eigentlich heißt er ja ganz offiziell Haus Bockdorf, abgeleitet vom Buchendorf. Aber egal, schön ist es hier so oder so.

 

Zuerst also ab in die Schonung. Hier gibt es Weihnachtsbäume zum auswählen und selber schlagen. Das fantastische Herrenhaus lockt bereits aus der Ferne.

Nach getaner "Arbeit" geht es also rüber, zum "gemütlichen Teil" des Vormittags. Durchs Löwentor, benannt nach dem ehemaligen Besitzer von Loewenich, schreiten wir in den Innenhof des Gebäudeensembles. Rechter Hand laden flackernde Kerzen ein, das Torhaus zu betreten. Hier vertreibt das hiesige Atelier zum Beispiel Silberschmuck. Linker Hand bietet ein kleines Lädchen bunte Stoffe an.

 

Im Hof verströmt die Feuertonne einen herrlichen Duft. Eine Schafsmama mit ihren zwei Lämmern bewohnt ein kleines Gehege mit Krippe. Natürliche Tierhaltung wird auf dem Gut großgeschrieben. Neben der Zucht seltener Schafrassen sind ebenso glückliche Gänse, Puten, Enten und Schweine hier zu Hause. In der uralten Kastanienallee stehen einige Bienenvölker. Seltene Obstsorten werden angepflanzt.

 

Die Produkte aus der Landwirtschaft kann man dann im eigenen Hofladen - dem selbst ernannten Herzstück des Betriebes - erstehen. Honig, Felle, Säfte, Kleidung aus echter Wolle, Seifen gibt es hier und natürlich auch das Fleisch aus eigener Schlachtung. Hier decken wir uns ganz ruhig und entspannt mit dem ein, was zu Weihnachten auf die festliche Tafel kommen soll. Herrlich!

 

Gleich neben dem Hofladen steht das imposante Herrenhaus im klassizistischen Stil. Das Gebäude wurde bereits 1874 vom Geheimen Kommerzienrat und Samtfabrikaten Hugo Alexander Heimendahl erworben und umgestaltet. Mittlerweile kümmert sich die Familie von Heimendahl bereits in der fünften Generation darum.

Natürlich lässt sich ein solch umfangreiches Ensemble aus denkmalgeschützten Gebäuden nicht nur durch Ackerbau und Viehzucht erhalten. Aus diesem Grund wurde der "Haus Bockdorf e. V." gegründet. Durch verschiedene Aktivitäten und Veranstaltungen werden so Spenden gesammelt, die dem Hof zugutekommen.

 

Wir werden also wiederkommen, sei es um einen Kaffee mit Obstkuchen um Hofcafé zu genießen oder um das große Hoffest, ein Ritterlager mit Gauklern und Musikern oder kriminelles Dinnervergnügen mitzuerleben. Lohnen tut sich das allemal.

Fotos: Verena Meyer

Informationen zum Gut unter www.gut-heimendahl.de

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