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Langes Dorf ...

Das Ruhrgebiet als Ballungszentrum ist ja noch gar nicht so alt. Vor der Industrialisierung gab es viele kleine Dörfer und Städte im Revier. Man denke an die Grafschaften des Mittelalters oder an Regionen, die sich bereits früher entwickelten. In vielen Stadtteilen Duisburgs sind diese ländlich dörflichen Wurzeln noch erkennbar, zum Beispiel in Friemersheim, über das wir hier schon erzählt haben.

 

Heute streifen wir mal durch Serm, Ortsteil von Mündelheim und der südlichste Teil der Stadt Duisburg. Nicht nur überregional bedeutende Funde erzählen von der langen Geschichte dieses "Siedlungsplatzes", wunderschön im Rheinbogen zwischen Düsseldorf und Krefeld gelegen. Auch das heutige Dorf zeigt noch viel ursprüngliche ländliche Struktur.

 

Erstmals erwähnt wird Serm bereits im Jahr 1072 als Sermede und das heißt soviel wie "Langes Dorf", bezogen auf die typische Form des Straßendorfes.

 

Aber jetzt mal los: Wir beginnen unsere Wanderung in Wittlaer, direkt am Ufer des Rheins entlang. Nur ein paar Meter sind wir gegangen, da heißt uns ein kleines gelbes Schildchen willkommen in Duisburg. Vor uns in der Ferne können wir die Uerdinger Brücke erahnen.

Es ist extrem windig heute, daher verlassen wir den Damm recht zügig und gehen weiter querfeldein. Hier gibt es nichts weiter als grüne Fläche, glückliche Hühner und uns. Es riecht fantastisch nach Land, der Kopf wird durchgepustet und der Blick kann weit werden. Das ist wunderbar.

 

Dann taucht allmählich das Dorf vor uns auf. Die kleine weiße St.-Dionysius-Kapelle steht am Rande des Feldes und der Kirchturm der Herz-Jesu-Kirche sieht von Weitem fast wie ein Leuchtturm aus. Die lang gezogene, zentrale Dorfstraße macht der Bedeutung des Namens Serm alle Ehre. Das ein oder andere alte Häuschen zieht die Blicke besonders auf sich.

Das Schild "Unsere Kirche ist offen" lockt uns in das Innere der Herz-Jesu-Kirche. Vor fast hundert Jahren bauten die Bürger des Dorfes ihre Kirche mit eigener Kraft und eigenen Mitteln auf. Sie ist nicht nur geografisch das Zentrum von Serm. Hier findet kirchliches, aber auch gesellschaftliches Leben statt, Konzerte und andere Veranstaltungen. Heute an Palmsonntag, können sich die Bürger*innen kleine Buchssträuße mitnehmen, um damit ihr Zuhause zu schmücken.

Nach einer kurzen Verschnaufpause im Inneren der Kirche geht es für uns zurück nach Wittlaer. Aber bevor wir gehen, wollen wir nicht verschweigen, dass Serm auch für seine alljährlich stattfindenden Karnevalsumzüge bekannt ist. In diesem Sinne: Helau oder Einmal Prinz zo sin, in Serm am Rhing.

Fotos: Verena Meyer

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