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Die "gans" besondere Stadt

Vor ein paar Wochen war ich das erste Mal in Monheim am Rhein und erstaunt, wie wunderschön das kleine Städtchen ist. Im Blogartikel "Psst, aufgepasst ..." habe ich darüber berichtet. Leserin Nicole kommentierte daraufhin: Ein wunderschöner Bericht! Da bekommt man sofort Lust, Monheim zu entdecken, was ich auf jeden Fall machen werde :-)

 

Heute haben wir uns darum zu zweit auf den Weg gemacht, sind den blauen Gänsetapsen durch die Altstadt gefolgt, um noch mehr Seiten von Monheim zu entdecken!

 

Die Kirche St. Gereon macht den Start: Das letzte Mal nur von Außen betrachtet, treten wir heute durch das Hauptportal ins Innere des Gotteshauses und bewundern zunächst das Palmschuppenkreuz, welches hinter dem Altar erhöht angebracht ist. Das aus dem 12. Jahrhundert stammende Kruzifix wirft spannende Schatten an die Wand. Durch das Rosettenfenster über der Orgelbühne scheint die Sonne bunt hindurch.

 

Was uns allerdings besonders beeindruckt sind die Fenster im Seitenschiff der Kirche. Solch eher ungewöhnlich gestaltete Motive habe zumindest ich noch nie in einer anderen Kirche gesehen. Ich lese nach, dass sie die sieben Werke der Barmherzigkeit darstellen, u. a. das, die Gefangenen zu befreien.

Weiter geht es durch die "Freiheit" und die "Poetengasse" bis hin zum Kradepohl. Das heißt auf Hochdeutsch Krötenpfuhl. Und in der Tat entdecken wir auf dem kleinen Platz einen Brunnen mit drei steinernen Kröten, die vorwitzig am Rand des Wassers hocken. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf die evangelische Kirche.

 

In der Poetengasse steht die alte Vikarie, in deren engem Klassenzimmer bis 1809 Schulunterricht durch den kirchlichen Vertreter abgehalten wurde. Mit "mangelnder Lehrfähigkeit" allerdings, wie das Schild am Gebäude attestiert. Der Vikar war es auch, der ein paar Schritte weiter das Wegekreuz mit Chronogramm errichten ließ. Das hat besser geklappt!

Quer durch die Innenstadt schlendern wir zur Marienburg Monheim. Im ehemaligen Pferdestall des angebundenen Hofes wurde dereinst "auf fremden Feldern oder Wiesen angetroffenes Vieh" zusammengetrieben. Dort mussten die Eigentümer es später abholen und für jedes Tier "drei Albus Strafe zahlen". Eine auf der Backsteinmauer eingelassene Steintafel erinnert an diese Sitte.

 

An der nächsten Straßenecke erhaschen wir einen ersten Blick auf die Burg und die wunderschönen Treppengiebel des Kutscherhauses, welches heute eine Grillakademie beherbergt. Im Burggebäude selbst ist ein Business- und Konferenzzentrum untergebracht.

 

Wir setzen uns mit Thermoskanne und Kuchen auf eine Holzbank und genießen den Anblick des faszinierenden Gebäudes und des prächtig angelegten Parks. Die Vögel zwitschern, ein Specht hämmert am Baumstamm, die Sonne lacht und wir sind glücklich.

Durch den Landschaftspark Rheinbogen geht es zurück. Die fantastischen Fabelwesen des Metallplastikers Odo Rumpf sehen im Gegenlicht bizarr und gespenstisch aus.

 

Zur Erinnerung an den wundervollen Nachmittag sammeln wir noch ein paar Treibholzstücke am Rheinufer. Dann geht es zurück Richtung Duisburg.

Fotos: Verena Meyer / Nicole Herrmann

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