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Kunst im Gewächshaus

Viele kennen den Botanischen Garten Duissern, wenige aber den in Hamborn. Zu Unrecht, wie ich finde.

 

In unmittelbarer Nähe des Stadtwaldes, nur durch die Hamborner Straße getrennt, ist er für Neugierige frei zugänglich und nach seiner Neugestaltung voller Überraschungen, die es zu entdecken gilt.

 

Die ehemaligen botanischen Anlagen sind einem Staudengarten und einem Bauerngarten gewichen. Die Sitzbereiche am Seerosenbecken laden zum Verweilen ein.

 

Das Subtropenhaus wurde zu einer Orangerie umfunktioniert, in der nun Oliven, Oleander und Zitrusbäume überwintern.

 

Die Gesellschaft für Aquarienkunde e. V. unterhält hier neben diversen Zucht- und Aufzuchtbecken auch elf Schau-Aquarien.

Im Jahr 2017 hatte ich das große Glück, bei einer ungewöhnlichen Kunstaktion im Botanischen Garten Hamborn teilnehmen zu dürfen. Unter dem Titel "Blütenpollen trifft Rußpartikel – Schwebeteilchen“ wurden Innen- und Außenflächen des Gartens mit Objekten und Installationen zum Titelthema bespielt, welches die unmittelbare Nachbarschaft von blühenden Beeten und angrenzender Autobahn in den Mittelpunkt stellte.

 

So entstanden Nester aus Bändern, Pollen aus Pappmaschee und Blüten aus Blech. Im Teich schwammen kleine Floße, im Rosenbogen wehten bunte Stoffbahnen mit Haikus.

 

Direkt auf die regenüberströmte Glasaußenwand sind Gedichte von Verena Meyer angeschrieben ... und winzige verborgene Insekten mit laminierten Gedichtflügeln hausen irgendwo im Blätterwald, schrieb die WAZ.

 

In Zeiten, in denen solche Aktionen gerade nicht möglich sind, darf man sicherlich noch einmal in diesen wunderbaren Bildern schwelgen.

Vielleicht wird es ja in naher Zukunft mal wieder eine so wunderbare Aktion geben. Doch auch ohne Kunst ist ein Spaziergang im Botanischen Garten Hamborn mehr als lohnenswert.

 

Vielleicht ist es aber auch eh so, wie Morgenstern sagt: Als ob Kunst nicht auch Natur wäre und Natur Kunst!

Fotos: Verena Meyer

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