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Am Entenfang

An der Stadtgrenze zu Duisburg-Wedau liegt ein kleiner See namens Entenfang. Warum er so heißt, ist nicht genau klar. Vielleicht, weil es hier neben anderen heimischen Wasservögeln auch viele Enten gibt?

 

Der See ist nur knapp 400 m von der Sechs-Seen-Platte entfernt, gehört aber schon zu Mülheim an der Ruhr und zum hiesigen Naturschutzgebiet. In den 1930er-Jahren wurden Sand und Kies zum Bau der nahe gelegenen A 3 gebraucht und so entstand dieses herrliche Fleckchen Erde.

 

Wir laufen vom Parkplatz am nördlichen Seeufer erst einmal Richtung Sachtenhorst und entlang des Holzenbergs Bruch durchs Wambachtal und Oembergmoor. Der Himmel ist blau und die weiten Weiden des Hofgut Sachtenhorst liegen grün und satt vor uns in der Sonne. Sandbäche, so erklärt uns ein Schild, haben ein geringes Gefälle und schneiden sich nicht tief in den Boden ein; so entstehen Auen und vielfältige Uferformen, die Lebensraum für viele Tierarten bieten.

 

Einmal ums große Gut herum führt uns der Weg zurück durchs Rottbachtal. Der Entenfang wird von diesen beiden Bächen - Wambach und Rottbach - gespeist, die sich hier durch die Auen und Wälder schlängeln.

 

Am Nachbarsweg sind motorisierte Fahrzeuge zum Glück nicht willkommen. Das Auto auf dem Verbotsschild streckt keck die Zunge heraus. Vor dem Haus des "häppchenwerk" steht ein kleiner Kühlschrank am Wegesrand und wir versorgen uns mit leckerer selbst gemachter Pesto fürs Abendessen.

 

Langsam geht die Sonne unter und zwischen den Ästen leuchtet es warm und gelb. Bei Jackie`s am Entenfang haben sich einige Ausflügler zum Feierabendbier zusammengefunden. Auf dem Wasser gleitet ein Schwanenpaar. Mann ist das schön.

 

Am Seeufer hat sich ein breiter Schwemmkegel gebildet. Die beiden Bäche, die hier münden, werden von Fließ- zu Stillgewässern und all der Sand, den sie bis hierher mitgeschleppt haben, zu einer Sandbank, auf der wir nun stehen und einen letzten Blick auf das Abendrot genießen können, bevor es heimwärts geht.

Fotos: Verena Meyer

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