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Hoftrödel in Ruhrort

Heute ist Hoftrödel in Ruhrort. Das ist die einmalige Chance, den Häusern im Viertel quasi unter den Rock zu gucken. Sonst sieht man ja immer nur die Fassaden. An diesem Tag aber auch, welch faszinierende Welten sich dahinter verbergen.

 

Ich starte am Vinckeplatz, wo die 7,5 Meter hohe Granitsäule zu Ehren vom Freiherrn von Vincke in den blauen Himmel ragt. Am Rande des Platzes lädt eine Kreidetafel mit der Aufschrift "Trödelmarkt" zum Stöbern zwischen den ersten Ständen ein. Die Kneipe "Zum Kaiserhafen" hat ihre Terrasse zur Verfügung gestellt. Da gibt es neben alten Schallplatten, Büchern und Klamotten auch Leberkäse im Brötchen für den hungrigen Ehemann. Von hier hat man einen seltenen Blick auf die nahe gelegene Kirche.

 

Direkt ums Eck, an der Karlstraße, schräg gegenüber vom gelb leuchtenden Bananenhaus locken gülden gerahmte Gemälde mit Landschaften und Stillleben im Durchgang zum nächsten Hinterhaus. Feuertreppen gibt es hier, liebevoll angelegte Gemüsebeete und mitten drin Verkaufspavillons, unter denen bunt verzierte Bierkrüge feilgeboten werden.

 

An der Bergiusstraße wurde kurzerhand die alte Apotheke zum Trödelshop umgerüstet. Wer noch alte Küchenstühle aus den 70ern braucht, ist hier richtig.

Vorbei am Karlsplatz gehts weiter durch die Amtsgerichtstraße quer durchs Viertel Richtung Franz-Haniel-Platz. Immer wieder weisen Luftballons an Laternenpfählen den Weg ins nächste Stöberparadies.

 

An der Harmoniestraße hat der „Männeken Pis“-Brunnen mit der Figur des Ruhrorter Bildhauers August Kraus nach jahrelanger Odyssee endlich seinen Standort gefunden.

 

Im Plus am Neumarkt, wo ich noch vor Kurzem meine Fotos "Ins Leben gekachelt" habe, stehen nun Biertische, auf denen Schmuck, Schuhe und Kinderkleider verkauft werden. Ein Snackpilz aus Plastik erinnert an Fernsehabende in der Kindheit, an denen wir frisch gebadet "Am laufenden Band" geschaut haben, Käsespießchen inklusive.

Weiter durch die berühmte Schimmigasse fallen die Kunstwerke der Strickguerilla ins Auge. Fuchs, Schwan und Meerjungfrau verschönern den Hafenstadtteil und machen den Leinpfad einmal mehr zur Galerie. Die Kunstwerke aus Maschen entstanden für die Duisburger Akzente und erfreuen das Herz aller Entdecker*innen.

 

Gestärkt durch eine Bratwurst an der Mühlenweide - leider ist der Flohmarkt hier auf eine Wurstbude plus zwei, drei wackere Trödler geschrumpft - geht es zurück zum Ausgangspunkt. Ach, so eine Reise durch Hinterhöfe, Mauergeheimnisse und Kindheitserinnerungen macht schon große Freude.

Fotos: Verena Meyer

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Kommentare: 2
  • #1

    Rene (Mittwoch, 13 April 2022 20:52)

    Wann ist der nächste hof Trödelmarkt.

  • #2

    Verena (Freitag, 15 April 2022 10:32)

    Hallo Rene.
    Soweit ich weiß findet der Hoftrödel einmal im Jahr statt.
    Ansonsten findest du alle Termine hier: https://www.kreativquartier-ruhrort.de/
    Herzliche Grüße.
    Verena