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Es war einmal ein Schlagbaum ...

Es ist ein sonniger Sonntag und ich radle am idyllischen Dickelsbach entlang Richtung Großenbaum. Die ausladenden Äste der Bäume spiegeln sich im Wasser wider und das Schild mit der Muschel am Wegesrand sagt mit, dass ich hier nicht irgendwo bin, sondern auf einem Pilgerweg.

 

Dazu passt, dass just, als ich das Ortsschild passiere, die Glocken der katholischen Kirche St. Franziskus zum Gottesdienst rufen. Doch zunächst stoße ich auf das Gebäude des alten Bahnhofs, welches nun die Kultkneipe Gleis 3 beherbergt.

 

Neulich stand in der Zeitung: Der Name des Stadtteils Duisburg Großenbaum kommt von seinen ersten Siedlern, der Familie Meypels. Die Eheleute bauten ihr Haus 1532 an einem großen Baum. Gemeint ist der Schlagbaum, also die Schranke einer Zollstelle. Sie war der Ursprung des Stadtteils und befand sich in der Nähe genau dieses Bahnhofs. Der Straßenname "Zum Schlagbaum" erinnert daran. Das Schlagbaumfest ist bis heute ein Ereignis in Großenbaum.

Das ehemalige Waldgebiet ist nun mit über 10.000 Einwohner*innen besiedelt und gehört seit 1929 nicht mehr zu Düsseldorf-Angermund, sondern zu Duisburg.

 

1890 siedelte der Unternehmer Albert Hahn ein Stahlwalzwerk in Großenbaum an. Das Unternehmen wurde zwischenzeitlich an Mannesmann übergeben. In der nach dem Konzern benannten Wohnsiedlung stehen die sich die zwei Figuren "Mutter mit Kind" und "Stahlwerker" als Symbol für vergangene Zeiten gegenüber.

 

Auf dem ehemaligen Hahnschen Firmengelände befindet sich heute ein Gewerbegebiet mit zahlreichen Unternehmen und Geschäften. Sogar einen Golfplatz gibt es.

Zurück geht`s über die Großenbaumer Allee Richtung Sechs Seen. Einfach herrlich, so ein sonniger Sonntag.

Fotos: Verena Meyer

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