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Von der Ruhr an die Rur

Schiffahrt auf dem Rursee

Ganz tief im äußersten Westen, noch viel tiefer westlich als das Ruhrgebiet, liegt die andere Rur, die ohne "h". Nur ca. 2 Autostunden entfernt von Duisburg landen wir als Erstes an der Rurtalsperre Schwammenauel. Vom imposanten, über 77 m hohen Bauwerk haben wir einen großartigen Blick auf den Rursee. Unten liegt bereits das Ausflugsschiff vor Anker. Auf ihm beginnt unsere Auszeit im Nationalpark Eifel.

 

Die Rundfahrt bietet herrliche Blicke in die herbstliche Landschaft. Natur, Natur und noch mal Natur. Ganz selten das ein oder andere Örtchen mit Namen Eschauel, Woffelsbach oder Rurberg. Der Wasserpegel ist aufgrund des warmen Sommers 5 m niedriger als normalerweise und legt viel typisches Schiefergestein frei.

 

Einmal halten wir am Kermeterufer. Im Naturerlebnisraum Wilder Kermeter gibt es sogar barrierefreie Wanderwege und (nicht nur hier) Rangertouren.

Heimbach im Herbst

Ein anschließender Bummel durch Heimbach bis hoch zur Burg Hengebach steht als Nächstes auf dem Programm.

 

Eine steinerne Brücke führt über die Rur ins Innere des Örtchens mit viel Fachwerk. Fun Fact: Wir befinden uns hier tatsächlich in der kleinsten Stadt und Gemeinde in NRW (gemessen an der Bevölkerungszahl).

 

In der Burg Hengebach - einer Höhenburg aus Grauwackefelsen - ist eine Kunstakademie untergebracht. Das stelle ich mir fantastisch vor, in einem dieser Burgzimmer vor der Staffelei zu stehen und zu malen.

 

Wer den Bergfried erklimmt, der immerhin 220 m über dem Meeresspiegel liegt, wird mit einem großartigen "Eifel-Blick" belohnt. Mal tut sich der Blick auf Ort und Kirche auf, dann in das Rurtal oder die prächtige Natur des Nationalparks.

Abendstimmung in Nideggen

Die historische Altstadt von Nideggen am Abend ist wirklich bezaubernd. Kaum haben wir das erste Stadttor durchschritten, landen wir auf dem idyllischen kleinen Marktplatz mit Café, Ratskeller und Co.

 

Ein paar Schritte den Berg hinauf liegt die Burg Nideggen. Durch die Fenster des ehemaligen Saalbaus haben wir einen atemberaubenden Blick auf das Umland und den roten Abendhimmel. Fast zu kitschig, um wahr zu sein.

 

In diesen Mauern aus dem 12. Jahrhundert residierten einst standesgemäß die Grafen von Jülich.

Wanderweg 57

Am nächsten Morgen geht es ab in den bunten Herbstwald. Immer der 57 folgend wandern wir von Brück nach Abenden und wieder zurück, vorbei an grasenden Pferden auf taubedeckten Wiesen und ausgeblühten Sonnenblumenfeldern.

 

Immer wieder erhaschen wir einen Blick auf die Rur, mal von weit oben, mal nah am Ufer. Ein anderer Begleiter ist die Burg Nideggen, die hoch oben auf dem Berg thront, umgeben von mächtigen roten Buntsandsteinfelsen.

 

Die reine Luft, die absolute Stille, die Ausblicke. Das ist einfach wohltuend. Probiert es aus.

Mord mit Aussicht

Tja, und dann möchte ich euch natürlich auch nicht unseren Abstecher nach Hengasch, Kreis Liebernich vorenthalten ;-).

 

Der Kirchturm kommt euch bekannt vor? Der Warnhinweis vor älteren Menschen, die in diesem verschlafenen Eifeldörfchen mit Stock oder Rollator die Straße queren könnten, erinnert euch an eine ganz bestimmte Szene einer beliebten Krimiserie? Dann habt ihr richtig geraten. Hier wurden im Jahr 2007 Szenen der beliebten ARD-Serie "Mord mit Aussicht" gedreht.

 

Der Ort heißt tatsächlich Kallmuth und ist ein Stadtteil von Mechernich. Die St. Georgskirche kommt im Vorspann der Serie vor. Das Kallmuther Bürgerhaus diente als Polizeirevier. Witzig!

Fotos: Verena Meyer

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