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Grüner Glücksort!?

Hat der alte Hexenmeister sich doch einmal wegbegeben, schon macht der Zauberlehrling, was er will. So oder so ähnlich hat es sich offenbar in Oberhausen zugetragen, unweit des Hauses Ripshorst im Emscher Landschaftspark.

 

Da nämlich steht dieser ungezogene Strommast, befreit von Leitungen aller Art, vorwitzig tanzend. Die Berliner Künstlergruppe "inges idee" hat ihn geschaffen und 2013 dort aufgestellt. Ein Hingucker mitten auf der Wiese unweit des Rhein-Herne-Kanals.

 

Was mich heute noch an diesen Ort gezogen hat, ist der Gehölzgarten Ripshorst. Ein Ausflugstipp aus dem Buch "grüne Glücksorte im Ruhrgebiet". Und so ein Glücksgefühl wäre heute an diesem grauen und kalten Januartag wirklich gut zu gebrauchen.

 

Also schlendere ich weiter durch eine imposante Allee, direkt am Ufer des Kanals entlang. Das Schiff Dina schiebt sich über das Wasser. Es könnte so idyllisch sein, wäre da nicht die Geräuschkulisse der A 42, die den Gesamteindruck empfindlich stört.

 

Ein wenig entschädigt die klare Luft und die imposante Waghalsbrücke, die sich über den Kanal zur Emscher  herüber beugt. Allerdings sind meine Finger so kalt, dass ich die Handschuhe nicht ausziehe, um ein Foto von ihr zu machen. Ich genieße einfach den Blick zurück, auf Mast und Gasometer.

 

Ein paar Meter weiter geht es dann rechter Hand in den Gehölzgarten. Er entstand nach den Entwürfen der Landschaftsarchitekten Irene Lohhaus und Martin Diekmann aus Hannover mit dem Ziel, den Charakter der vorindustriellen Kulturlandschaft weitestgehend zu erhalten, so stets geschrieben.

 

Aus Ackerfläche wurde so also weitläufiges Grasland, an dessen Rand sich Gehölze verschiedenster Art und Herkunft erstrecken. Da gibt es einen Gingo-Hain ebenso wie einen Buchenwald und jede Menge Obstbäume. Jetzt, im Winter wirkt alles etwas karg und nüchtern, zumal man durch die lichten Äste hindurch nicht ausblenden kann, dass man sich bei allem Grün doch nah an der Zivilisation samt Siedlung und Gewerbegebiet befindet.

 

Zumindest am heutigen Tag hätte ich etwas anderes gebraucht, um Ruhe und Glück in der Natur zu finden. Aber vielleicht sollte ich im Frühjahr noch einmal wiederkommen, wenn alles blüht?

 

Solange tanze ich einfach weiter durch die Welt wie der coole Strommast. Dann geht es auch gleich wieder etwas besser!

Fotos: Verena Meyer

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