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Gestern und heute

An der Stelle, an der von 1874 an ganze 64 Jahre eine Synagoge in Duisburg stand, erinnert heute ein Kunstwerk von Hans Jürgen Breuste an das jüdische Leben in unserer Stadt. Bereits 1974 entstand dieses imposante, 4,20 m hohe Objekt aus Eisen als Mahnmal zum Gedenken an die Duisburger Synagoge und die Opfer der Verfolgung, um dann 2006 unter der Leitung des Künstlers wieder erbaut zu werden. Die Hüttenwerke Krupp Mannesmann und die Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalt aus Duisburg haben das ebenso unterstützt wie das Rosenberger Brennwerk Neuss.

 

Nun also steht es wieder da, am Rabbiner-Neumark-Weg, umarmt von Resten der Stadtmauer. Ein großer Davidstern dient als Sockel, darauf eine überdimensionale Eisenfessel; geöffnet, zerschlagen. Das Schlussgebet des Versöhnungstages Jom Kippur bittet auf einer angebrachten Tafel darum: "Herr, öffne uns das Tor zu der Zeit, da man schließt das Tor, denn es wendet sich der Tag!"

Umso tröstlicher sind diese Worte, als man bedenkt, dass nur ein paar Schritte von diesem Mahnmal und dem Standort der alten Synagoge entfernt, nun wieder ein Jüdisches Gemeindezentrum steht. Im Jahr 1999 wurde es nach den Plänen des Architekten Zvi Hecker am Springwall erbaut und war so die erste Synagoge, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland errichtet wurde.

 

Wie ein geöffnetes Buch fächert sich der Bau in den Altstadtpark, den Garten der Erinnerung hinein und lädt nicht nur die Mitglieder der jüdischen Gemeinden aus Duisburg, Mülheim und Oberhausen zur Begegnung ein.

 

Mit der Rückkehr der jüdischen Gemeinde an diesen Ort ist auch ein Stück Kulturgeschichte des historischen Duisburgs fortgeschrieben worden. Hier befindet sich wieder ein Mit- und Nebeneinander der Menschen und Religionen. Die benachbarte katholische Karmelkirche und die evangelische Salvatorkirche bilden mit dem Gemeindezentrum einen lebendigen Dreiklang.

Fotos: Verena Meyer

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