· 

Frauen im Zentrum

Überall im Zentrum der Stadt Duisburg sind schöne Frauen zu finden. Lebendige, aber auch solche aus Bronze. Oft gehen wir achtlos an ihnen vorbei, dabei haben sie wahrlich mehr Aufmerksamkeit verdient. Dürfen wir also bekannt machen?

Freya, die nordische Göttin der Liebe, Jugend, Schönheit und auch der Fruchtbarkeit und des Frühlings, steht im Museumsgarten der Stadtsparkasse Duisburg, zugänglich über die Königstraße und Am Mühlenberg. Der Garten ist ein schönes, gepflegtes Kleinod mitten in der City. Jeden Tag eilen viele Passanten der Fußgängerzone an ihm vorbei. Wenige verweilen. Zu Unrecht.

 

1950 vom Künstler Gerhard Marcks entworfen, steht Freya inmitten des Grün auf einem rechteckigen Steinsockel, die rechte Hand auf die Hüfte gelegt, den Blick nach unten gesenkt. Die Lehrerin des Zaubers verzaubert auch mich durch ihre stille, zurückhaltende Anmut.

 

Wer sich an einem sonnigen Tag auf der Terrasse des Café Dobbelstein Zeit für einen Kaffee nimmt, kann sie bei bester Sicht ausgiebig bewundern und studieren. Denn der Berliner Bildhauer, der auch am Bauhaus in Weimar wirkte, hat hier, inspiriert durch seine Griechenlandreisen, ein echtes Meisterwerk geschaffen.

Ein paar Schritte weiter begegnet uns das nächste Frauenzimmer: Triestina, vom italienischen Künstler Marcello Mascherini.

 

Gleichaltrig, aber ein bisschen größer als die Kollegin Freya, wirkt sie eher wie der moderne Frauentyp: In selbstbewusster Haltung steht sie da, beide Füße fest am Boden. Ein schelmisches Lächeln unter kecker Kurzhaarfrisur, die Brust herausgestreckt und den Blick nach vorn gerichtet.

 

 

Der Frau am Fluss von Pericle Fazzini sind wir bereits im Goerdelerpark begegnet.

 

Die kniende Schönheit ist gerade dabei, sich das lange Haar zu binden. Dabei verströmt sie Erotik pur.

 

Ihr Schöpfer war italienischer Bildhauer und bedeutender Vertreter der modernen Kunst nach 1945.

 

Die Hockende von Hans Stangl führt von Zeit zu Zeit ein tristes Dasein. Zum Beispiel dann, wenn am Sonnenwall die umliegenden Geschäfte ihren Papiermüll um sie herum aufstapeln, damit er von er Müllabfuhr entsorgt werden kann.

 

Das tut jedes Mal im Herzen weh, denn die Skulptur des deutschen Bildhauers aus München hat Besseres verdient.

 

Jeden Tag hockt sie in der Fußgängerzone, bescheiden die Knie angewinkelt, den Kopf seitlich auf die Hand gestützt, die Augen verträumt geschlossen. Über was sie wohl gerade nachsinnt? Na ja, das Lächeln ist ihr in jedem Fall noch nicht vergangen.

 

Eos ist eine kniende Figur von Toni Stadler im Kantpark. Der Sohn des Landschaftsmalers Anton von Stadler aus München schuf sie im Jahre 1958.

 

Eos, ihres Zeichens Göttin der Morgenröte und Titanin, hatte eine unstillbare Begierde nach sterblichen, jungen Männern und etliche Liebschaften, heißt es. Homer beschreibt sie als anmutige, schön gelockte, rosenarmige und rosenfingerige Gottheit.

 

Diese Beschreibung hat sich Stadler bei seiner Darstellung der Dame eher nicht zum Vorbild genommen. Bei ihm haben sowohl Arme als auch Beine der Figur eine eher ungelenke, unnatürliche Haltung. Hätte die Göttin nicht einen so entspannten Gesichtsausdruck, könnte man sie fast bedauern, weil es verdammt anstrengend aussieht, sich so zu halten.

 

Ausgleichend wirkt da sicherlich die Umgebung, in der sich Eos aufhält. Schön im Grünen, mit Blick auf das Lehmbruck Museum.

Fotos: Verena Meyer

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Klaus (Sonntag, 09 August 2020 08:34)

    eine schöne Zusammenstellung der Frauen-Skulpturen in Duisburgs Öffenlichkeit

  • #2

    Verena (Sonntag, 09 August 2020 10:41)

    Lieber Klaus.
    Danke dir! Gerne an Interessierte weiterleiten!
    Grüße. Verena